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Kann Aristoteles ein Lehrer der Christen sein - und wo hört das auf?
Johannes Crell (1590-1633), Rektor der Akademie von Raków und einer der schärfsten Köpfe des Sozinianismus, nimmt in diesem Werk die Nikomachische Ethik Punkt für Punkt auf und prüft sie an der Heiligen Schrift. Das Ergebnis ist kein Kommentar und keine Widerlegung, sondern etwas Selteneres: eine Berichtigung. Crell hält an Aristoteles fest, solange dessen Beobachtungen tragen, und widerspricht ihm dort, wo die Schrift anderes lehrt - mit Gründen, nicht mit Machtworten.
In vier Teilen und 54 Kapiteln behandelt er die Glückseligkeit, die Tugend, die Lust und die Freundschaft. Was bei Aristoteles Maß und Mitte heißt, misst Crell an dem, was die Schrift über den Menschen sagt: über seine freie Entscheidung, über das Gebot Christi in der Bergpredigt, über ein Ziel, das über das gelungene Leben in dieser Welt hinausreicht. Wo der Philosoph die Tugend als Habitus des rechten Maßes bestimmt, fragt Crell, ob das Maß dem Menschen überhaupt zu Gebote steht - und wo Aristoteles die Freundschaft unter Gleichen preist, hält er die Feindesliebe dagegen.
Diese Ausgabe enthält:
Nicht enthalten sind die im Sammelband von 1681 mitgedruckte Vita Crells und die Dissertatio über seine Ethik; diese Ausgabe bringt die Ethica Aristotelica selbst.
Für wen dieses Buch gedacht ist: für Leserinnen und Leser, die sich für antike Ethik, für Reformationsgeschichte oder für die Frage interessieren, wie weit philosophische Vernunft und biblische Offenbarung zusammengehen. Für alle, die ein Denken aushalten, das unbequeme Fragen stellt - nicht um zu zerstören, sondern um zu klären.
„Prüfet alles, das Gute behaltet." - 1. Thessalonicher 5,21
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