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Wie umgehen mit kanonisierten Texten, deren Alteritätsdarstellungen heutigen Maßstäben 'politischer Korrektheit' widersprechen? Die Beiträge untersuchen frühneuzeitliche Texte - etwa von Dante, Shakespeare oder Quevedo - im Spannungsfeld zwischen historisierender Distanzierung und aktualisierender Aneignung. Wie werden Figurationen des Anderen (z. B. religiöse, ethnische oder sexuelle Differenz) konstruiert und in modernen Bearbeitungen und Rezeptionen adaptiert, verschoben oder problematisiert? Im Fokus stehen die politischen und ideologischen Implikationen dieser Aktualisierungen sowie die Frage, wie Literaturwissenschaft und universitäre Lehre mit der politischen Brisanz kanonischer Werke umgehen können - jenseits von Zensur und Verdrängung. Die Ergebnisse leisten einen Beitrag zur theoretischen und fachdidaktischen Reflexion über Alterität, Kanon und Gegenwartsbezug in der Literaturwissenschaft.