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Der spanische Humanist Ludwig Vives (1492-1540) führte von Jugend an ein gefährdetes Leben als Jude. Sein Vater fiel der Inquisition zum Opfer. Vives erhielt eine gute Ausbildung und war mit Erasmus befreundet. Er widmete sein Schaffen der Erziehung und Bildung im weitesten Sinn und verfasste eine nicht geringe Menge religiöser und pädagogischer Schriften, darunter auch die lateinischen Dialoge. Von hoher Bedeutung ist sein damals höchst fortschrittliches Bestreben, auch für Mädchen eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Seine lateinischen Dialoge dienen dazu, die Jugendlichen mit der Lebenskultur in ihrer sprachlichen (lateinischen) Form vertraut zu machen. Inhaltlich ist dies Vives durch seine Kenntnisse und die lebendige Darstellung der Sachverhalte gut gelungen, wobei ihm sein Lebensernst, aber auch ein kleiner Humor zugute kam. Besonders gelungen ist in manchen Dialogen die sokratische Kunst der Beweisführung. Das Buch war vom 16. bis zum 18. Jahrhundert ein lateinisches Standardwerk und wurde vielfach neu aufgelegt. Für den modernen Leser ist es auch eine wichtige kulturgeschichtliche und pädagogische Quelle. Die Sprache ist bei Vives nicht immer leicht zu verstehen, weshalb die deutsche Übersetzung erwünscht sein mag.
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