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Was passiert, wenn ein Körper pünktlich erscheint, aber die falsche Person darin steckt? Helena Märkl erkundet in ihrem Debüt-Erzählband sechs fein beobachtete Geschichten das Innenleben von Menschen, die sich in Räumen bewegen, die ihnen gleichzeitig vertraut und fremd sind - weil der Körper, den sie tragen, nicht der ihre ist.Im Mittelpunkt steht eine Berliner WG, in der montags und dienstags regelmäßig die Seelen vertauscht sind. Der Putzplan hängt trotzdem noch an der Kühlschrankseite. Die Kaffeetassen haben noch immer ihre braunen Ränder. Das Leben verlangt weiter nach Ordnung, nach Verantwortung, nach dem wöchentlichen Häkchen in Spalte drei.Märkls Ton ist trocken, präzise und von stiller Komik durchzogen. Ihre Figuren verhandeln grundlegende Fragen der Identität, Zugehörigkeit und Verantwortung - nicht in großen Gesten, sondern im Streit um Kloreiniger, schiefen Schultern und dem Fahrrad, das jemand anderes Knie riskieren soll. Das Putzen wird zur Metapher, das Warten zur Haltung, das Fremdsein zur alltäglichen Bedingung.Was diesen Band besonders macht, ist die Konsequenz, mit der Märkl ihre Prämisse durchdenkt. Sie bleibt nah an den kleinen Missverständnissen, den körperlichen Irritationen, dem Ringen darum, wer eigentlich für die eigene Unordnung zuständig ist - und wessen Knie dabei in der Pflicht stehen.Ein Buch für alle, die sich manchmal fragen, ob man wirklich nur sich selbst bewohnt.
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