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"Cornerville" - so nannte William Foote Whyte in einem Gründungsdokument soziologischer Ethnographie eine "Street Corner Society", in der sich entgegen den Großstadtdiagnosen der klassischen europäischen Soziologie inmitten der anonymen Großstadtgesellschaft eine ethnisch organisierte Gemeinschaft auf der Grundlage von persönlicher Bekanntschaft behauptete. Fast ein Jahrhundert später fragt die Ethnografie von Michael Liegl nach den Formen der Gemeinschaftsbildung unter den Bedingungen gesteigerter Urbanität: in der avantgardistischen, den Laptop veralltäglichenden Musikszene New Yorks. Sie findet eine nicht mehr ethnisch, sondern technisch und musikalisch integrierte Gemeinschaft, in der die Sehnsucht nach Nähe und persönlicher Bekanntschaft geblieben sind, aber die sozialen Formen sich radikal geändert haben: aus der "Street Corner Society" wurde eine "Post-Internet Society". Cornerville, so die These dieses Buches, hat sich digitalisiert: Es lebt in den Kapillaren des Netzes und der mobilen Kommunikation, konkretisiert sich in den Buddy Listen von Chatprogrammen - und ,rehumanisiert' sich doch wieder in den Zusammenkünften von Laptopmenschen in WLAN Cafés, um dort in schräger Musik den Sound der Großstadt mit zu erfinden. Das Buch findet Ergänzung auf http://digital-cornerville.net