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Wurden während des letzten Krieges in Bosnien und Herzegowina Gotteshäuser, Denkmäler und Bibliotheken als Symbole des Gegners gezielt zerstört, so ist der Umgang mit ihnen auch im Friedensprozess nicht frei von politischen und gesellschaftlichen Emotionen: Straßen und Städte werden umbenannt, neue Denkmäler errichtet und Kirchtürme treten in Wettstreit mit Minaretten, um durch solch symbolische Dominanz die Rechtmäßigkeit der eigenen Geschichte nachhaltig zu demonstrieren. Vor dem Hintergrund akuter Spannungen in Bosnien und Herzegowina, eröffnet Tobias Greiff durch einen neuen Symbolic-Politics-Ansatz Einblicke in die bisher weithin unbekannte Rolle von Symbolen im Friedensprozess. Der Autor zeigt, dass ohne Kenntnis vom Potential solcher Symbole nicht nur die Aufarbeitung des Konflikts gefährdet ist, sondern selbst internationale Bemühungen entgegen ihren Ambitionen zu neuen Konflikten führen können. Dank umfangreicher Orts- und Sachkenntnisse und anhand vieler Beispiele gelingt es ihm, die Wechselwirkungen von ethno-nationalen Symbolen und Stabilität der multiethnischen Nachkriegsordnung einleuchtend zu erklären. Darüber hinaus entwirft er einen Rahmen für ein neues Symbolic-Peace-Building Konzept.
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