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Der besondere Reiz der Rezeptionsforschung als Disziplin der Musikwissenschaft liegt in den ihr eigenen künstlerischen Verbindungen von Vergangenheit und Gegenwart. Die vorliegende Studie untersucht unter diesem Aspekt Werke Franz Schuberts und Kompositionen des späten 20. Jahrhunderts. Nach einem detaillierten historischen Rückblick auf die Schubertrezeption im 19. Jahrhundert werden unter dem Gesichtspunkt der kompositorischen Rezeption Reiner Bredemeyers Winterreise (1984), Dieter Schnebels Schubert- Phantasie (1978/89), Siegfried Matthus Streichquartett Das Mädchen und der Tod (1996) sowie Mauricio Kagels Lieder-Oper Aus Deutschland (1977-80) eingehend analysiert und mit den Originalen in Beziehung gesetzt. Dazu entwickelt der Autor Rezeptionsmodelle, die die Bezüge zwischen dem jeweils rezipierten Werk Schuberts und der von ihm inspirierten Komposition aufzeigen. Diese werden im Verlauf der Studie hinsichtlich der untersuchten Werke verfeinert. Die so entstehenden Veränderungen der Rezeptionsmodelle zeigen zum einen exemplarisch, wie sich das Modell auch über die untersuchten Werke und selbst über den Komponisten Schubert hinaus anwenden ließe. Zum anderen werden Gemeinsamkeiten der Rezeption angesprochen, die für diese Forschungsdisziplin insgesamt und allgemein kennzeichnend sind.
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