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Von beklemmender Aktualität ist der vorliegende Sammelband, der im Lichte kriegerischer Zäsuren literarische Verarbeitungen des "langen 19. Jahrhunderts" untersucht, jene von Eric Hobsbawm so bezeichnete Epoche zwischen 1789 und 1914. Die Beiträge untersuchen die spezifischen poetologischen Verfahren, mit denen literarische Texte auf traumatische historische Zäsuren reagieren und so neue narrative Strukturen sowie Formen kollektiver Erinnerung hervorbringen. Augenscheinlich wird in vielen Analysen die Verschiebung von Zeitwahrnehmung und deren dissoziative Wahrnehmung, ebenso wie Brüche in den Raumbezügen und vollkommen neue Erfahrungsmodi im Angesicht kriegerischer Ereignisse. Hinzu kommen Aspekte medialer Beschleunigung, die als Reaktion auf Technisierungsprozesse und ihre gesellschaftlichen Umwälzungen in zahlreichen Texten verarbeitet werden. Gemeinsam ist den Aufsätzen das Interesse an ästhetischen Dispositiven in Erzählungen, Dokufiktionen, Gedichten und Dramen, die nicht nur historische Katastrophen darstellen, sondern zugleich zur Reflexion von Geschichtlichkeit und kulturellem Gedächtnis beitragen. Der Band bietet somit einen facettenreichen Beitrag zur Erforschung von Kriegsliteratur und ihrer Rolle in kollektiven Sinnbildungsprozessen.
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